Strukturwandel erfolgreich vorantreiben

Kreis. „Wichtig ist, dass wir die Strukturen weiterentwickeln können, die ein zukunftsorientiertes Umgehen mit den Folgen des demografischen Wandels ermöglichen.“
Darauf wies jetzt Ulrich Ahlke in einem Gespräch mit Frank Sundermann hin. Der Leiter des Steinfurter Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit und der Landespolitiker hatten sich im Kreishaus getroffen, um über die Vorbereitungen des Kreises Steinfurt auf die neue Förderperiode des LEADER-Programms zu sprechen. Mit am Tisch saßen die Diplom Geografin Jutta Höper und LEADER-Regionalmanager Thomas Köhler.

Zum Hintergrund: LEADER ist ein EU-Förderprogramm, das die Entwicklung ländlicher Räume zum Ziel hat. Bereits in der letzten Förderperiode 2007 – 2013 hatten sich die beiden Regionen Tecklenburger Land und Steinfurter Land erfolgreich um die Finanzierung zahlreicher Projekte beworben. Erst kürzlich noch konnte mit den „Teutoschleifen“, fünf Wanderrundwegen durch das Tecklenburger Land, ein namhaftes LEADER-Projekt eingeweiht werden.

Mit dem Jahr 2014 beginnt nun eine neue siebenjährige Förderperiode, die einige Änderungen aufweist. So soll die Zahl der NRW-weit geförderten Regionen von bisher 12 auf rund 24 ausgeweitet und das Budget je Region von 1,6 Mio. auf bis zu 2,5 Mio. erhöht werden. Neuregelungen, die von den drei Amtsvertretern durchaus begrüßt werden, die aber auch, so Ulrich Ahlke, „einige Probleme“ mit sich bringen könnten. Unter anderem ist es die Zahl der möglichen Bewerbungen, die ihm Sorge bereitet. Statt der geplanten 24 scheinen bereits mehr als 40 Regionen ihr Interesse an einer Aufnahme ins LEADER-Programm signalisiert zu haben. Das berge die Gefahr in sich, so Ahlke, dass Bewerber, die in der Vergangenheit bereits erfolgreiche Projektarbeit geleistet hätten, unter Umständen nicht berücksichtigt würden. „Dann brechen Strukturen weg, die kaum wieder herzustellen sind“. Er warb dafür, dass das Auswahlgremium, das Anfang kommenden Jahres die Wettbewerbsbeiträge der Regionen sichten wird, der Weiterqualifizierung inzwischen entwickelter Strukturen und Strategien einen hohen Stellenwert beimessen möge. „Qualität muss hier vor Quantität gehen“, zitierte Ulrich Ahlke ein verbreitetes Sprichwort.
Damit stieß er bei Frank Sundermann auf offene Ohren. Der Abgeordnete aus Westerkappeln ist Initiator der im NRW-Koalitionsvertrag erstmals schriftlich festgehaltenen Forderung nach Stärkung ländlicher Räume. Dabei kommt Programmen wie LEADER große Bedeutung zu.
Dem Landespolitiker liegt die erfolgreiche Steuerung des Strukturwandels sehr am Herzen. Als Gemeinderatsmitglied einer Bergbaugemeinde weiß er, mit welchen einschneidenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen die ländlichen Regionen zu kämpfen haben. Das LEADER-Programm sei da ein wichtiger und hilfreicher Ansatz.
Am 17. und am 24. September finden in Neuenkirchen und Westerkappeln zwei Regionalkonferenzen statt, die vom Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit organisiert werden. Da geht es dann um die Details des neuen LEADER-Programms.