Landwirtschaft in NRW auf dem Prüfstand

Nordrhein-Westfalen ist ein wichtiges Agrarland. Etwa die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, das wirkt sich wiederum auf Natur und Umwelt aus. Doch die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
„Die Landwirte sorgen zwar dafür, dass wir gut und reichlich satt werden, aber die Landwirtschaft belastet Mensch und Natur ebenfalls und verursacht Schaden. Das belegen viele Untersuchungen. Deshalb strengen SPD und Grüne im Landtag NRWs nun eine umfassende Bestandsaufnahme an und stellen eine große Anfrage an die Landesregierung. „Wir Sozialdemokraten setzten uns dafür ein, dass Lebensmittel finanzierbar sind und nachhaltig produziert werden“, erklärt Frank Sundermann für die SPD-Fraktion. „Allerdings hat der Strukturwandel in der Landwirtschaft zu einer Produktion geführt, die eine starke Belastung der Böden, des Wassers, der Luft und der biologischen Vielfalt zur Folge hat.“
Durch die übermäßige Gülledüngung sind vor allem die Äcker im Münsterland und am Niederrhein extrem Stickstoff belastet. Das wiederum belastet das Grundwasser. Vielfach können die von der EU vorgegebenen Grenzwerte nicht eingehalten werden. „Laut Umweltbericht der Landesregierung von 2013 sind rund 40 Prozent des Grundwassers so stark Nitrat belastet, dass dieses als Trinkwasser nur noch aufbereitet genutzt werden kann“, sagt Frank Sundermann weiter. Der intensive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln führe dazu, dass die Flora verarmt und vielen Tierarten die Nahrungsgrundlage weitestgehend entzogen wird.
Frank Sundermanns Begründung für die Große Anfrage: „Wir wollen erfahren, wo in NRW zu viel Dünger und Pflanzenschutzmittel auf Feld und Wiese landen. Weiterhin wollen wir Antworten, welche Steuerungsinstrumente sich bewährt haben und welche Steuerungsinstrumente künftig genutzt werden können. Auf diese Weise wollen wir Sozialdemokraten eine regionale und nachhaltige Lebensmittelproduktion unterstützen, die für die Gesellschaft zugleich den höchsten Nutzen erzeugt.“