„Bestandspflege“ ist das Zauberwort

Westerkappel/Kreis. Gewerbeflächenvermarktung und Standortbewerbung – das waren noch bis weit in die 80iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein die Hauptaufgaben der klassischen Wirtschaftsförderung. Dass sich das inzwischen spürbar geändert hat, machte Wolfgang Bischoff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH (WESt) bei einem Treffen des SPD-Netzwerkes 83 in Westerkappeln deutlich. In dieser Runde treffen sich in regelmäßigen Abständen der hiesige Landtagsabgeordnete Frank Sundermann und die SPD-Fraktionsvorsitzenden des Tecklenburger Landes.
Heute, so der Wirtschaftsprofi des Kreises Steinfurt, heiße das Zauberwort „Bestandspflege“. Da es kaum noch zur Ansiedlung von größeren Unternehmen komme und die Tendenz, Arbeitsvorgänge oder ganze Unternehmenszweige in Billiglohnländer zu verlegen, ungebrochen sei, käme es jetzt vor allem darauf an, die am Ort vertretenen Unternehmen zu halten und ihre Entwicklung aktiv zu fördern. Dazu gehöre beispielsweise der regelmäßige Dialog zwischen Unternehmen und Wirtschaftsförderung, wie ihn die WESt mit Gründerstammtischen und so genannten „Business Meetings“ anbietet.
Genauso wichtig sei die Vernetzung der in den 24 Kommunen des Kreises ansässigen Wirtschaftsförderern, für die Bischoff sich stark macht. „Besonders beim Thema Fachkräftemängel ist es erforderlich, dass wir in der Region zusammenarbeiten“, hob der Wirtschaftsförderer hervor. Damit meinte er nicht nur seine Kollegen in den Kommunen, sondern auch Bildungs- und Forschungseinrichtungen wie die FH in Steinfurt, die den Unternehmen Hilfestellung leisten könne bei ihrer Profilierung und Außendarstellung wie auch der Entwicklung neuer Produkte, die neue Geschäftsfelder erschließen und damit auch Arbeitsplätze schaffen.
Doch nicht nur für die Betriebe schaffe Wirtschaftsförderung einen Mehrwert, auch Privatleute hätten ihren Vorteil. So sei es aufgrund der Aktivitäten von WESt in den letzten Jahren gelungen, durch die Schließung von Lücken in der Breitband-versorgung über 40.000 Menschen mit einem schnelleren Internetzugang zu versorgen.
„Breitband ist zu einem wichtigen Standortfaktor geworden“, stellte Frank Sundermann fest. Hier sei er, was die Zukunft anbelangt, optimistisch, da Kommunen, Kreis und Land bei der Netzentwicklung schon heute gut zusammenarbeiteten.
Abschließendes Fazit der Runde und Wunsch in Richtung des Geschäftsführers: Die WESt solle die Kooperationsbemühungen zwischen dem Kreis und Kommunen weiterhin stärken und bei Streitfragen, wie etwa Gewerbeansiedlungen, auch einmal die Funktion einer Clearingstelle übernehmen.