Neuvergabe der Konzessionsverträge steht an

Kreis. Einen „Einstieg in die Demokratisierung der Energieversorgung“ erhofft sich der heimische SPD-Landtagsabgeordnete und Westerkappelner Fraktions-vorsitzende Frank Sundermann von den anstehenden Verhandlungen über die Neuvergabe der Stromnetz-Konzessionsverträge im Tecklenburger Land. Das machte er jetzt bei einem Treffen von Vorstandsmitgliedern der SPD-Fraktionen aus Kommunen des Altkreises Tecklenburg deutlich. Seiner Einladung gefolgt waren Maria Ansorge und Hans-Josef Schulte aus Recke, der Ibbenbürener Fraktionschef Hermann Hafer, Hermann Brandebusemeyer aus Lotte, Dirk Schmies aus Hopsten und der Mettinger Fraktionsvorsitzende Reinhard Stermann.
Den Auftakt des „energiepolitischen“ Treffens bildete ein Besuch des Westerkappelner Schulzentrums, in dem sich die Politiker von Hausmeister Rolf Meyer zu Hoberge die Wärmeversorgung durch eine energiesparende und umweltfreundliche Holzhackschnitzelanlage erläutern ließen. Die von der Firma Dallmann aus Bramsche betriebene Anlage läuft seit Ende 2009 und versorgt neben dem Schulzentrum auch die Westerkappelner Grundschule.
Beim anschließenden Gespräch ging es dann darum, eine gemeinsame Position bei den anstehenden Verhandlungen zur Neuvergabe der Stromnetz-Konzessionen zu erarbeiten. Betroffen sind insgesamt sieben Kommunen des Altkreises, in denen zwischen 2014 und 2017 die vor rund zwanzig Jahren abgeschlossenen Verträge auslaufen werden. „Wir stehen vor Entscheidungen, deren Wichtigkeit und Tragweite kaum zu überschätzen sind“, machte Hermann Hafer die Brisanz der kommenden Beschlüsse in den Kommunen deutlich. Und die Zeit läuft: Nach den Sommerferien wird es die ersten Beratungen in den Hauptausschüssen der Gemeinden geben.
Gemeinsames Ziel müsse es sein, so die Runde, bei den Verhandlungen über die Netznutzungsgebühren eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Kapital zu erhalten. „Die Wertschöpfung soll der Region zugutekommen“, unterstrich Reinhard Stermann.
Zudem wünsche man sich Partner aus der Energiewirtschaft, mit denen „auf Augenhöhe“ verhandelt werden könne. Daher wolle man eine sogenannte „Bewertungsmatrix“ entwickeln, nach der die Kooperationspartner in einem öffentlichen Verfahren ausgewählt würden.
Maria Ansorge und Hans-Josef Schulte wiesen darauf hin, dass es bei der Konzessionsvergabe nur um Nutzungsrechte des Stromnetzes ginge, die Frage nach der Entwicklung von Vertrieb, Infrastruktur und Erzeugung für die energiewirtschaftliche Betätigung der Kommunen aber ebenfalls von großer Wichtigkeit sei. Auch hier sollten alle Kommunen an einem Strang ziehen. Zwar könne jede Gemeinde auch einzeln handeln, aber ein Verbund stärke die eigene Position bei Vertragsverhandlungen.
Abschließend verständigte sich die Runde darauf, sich bald nach den Sommerferien erneut mit dem Thema zu beschäftigen.